Über 4.000 Häuser für den Freistaat: Zurückgewiesene Erbimmobilien hauptsächlich in Unter- und Oberfranken

Regionalpolitik

Klaus Adelt: Freistaat muss unverkäufliche Schrottimmobilien sanieren oder abreißen, damit sie die ohnehin klammen Städte und Gemeinden nicht noch mehr belasten
Der Freistaat hat in den letzten 10 Jahren 4251 Immobilien zugewiesen bekommen, die Erben zuvor abgelehnt hatten - das bestätigt die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage des oberfränkischen Abgeordneten Klaus Adelt. "Kaum etwas unterstreicht das von der CSU-Regierung mitverantwortete wirtschaftliche Gefälle so sehr wie diese Zahlen", betont Adelt. "Während sich in Unter- und Oberfranken je ein Viertel aller ungewollten Erb-Immobilien befinden, kommt das bevölkerungsreiche Oberbayern nur auf gut acht Prozent. Wenn das geerbte Grundstück in Oberfranken nur einen Bruchteil wert ist von dem, was es in Oberbayern einbringen würde und gegebenfalls sogar noch eine Hypothek auf dem Gebäude liegt, lehnen die Erben oft dankend ab."

Geerbte Immobilien in Bayern 2018

Für die ohnehin klammen Städte und Gemeinden etwa in Oberfranken seien insbesondere die Immobilien, die der Freistaat mangels Käufer nicht wieder los bekommt, dann ein Klotz am Bein. "Sie sind in aller Regel in einem so schlechten Zustand, dass sie ganze Straßenzüge in Mitleidenschaft ziehen und unattraktiv machen und damit die Entwicklungschancen vor Ort noch mehr minimieren." Adelt fordert den Freistaat auf, diese Gebäude zu sanieren oder abzureißen und die Grundstücke dann den Städten und Gemeinden zur Verfügung zu stellen. "Das ist das Mindeste, nach dem Jahrzehnte lang tatenlos zugeschaut wurde, wie der ländliche Raum ausblutet, weil Schulen, Schwimmbäder und Geschäfte schließen müssen!"