Staatsregierung: Absage für neue Hochschulen in Hochfranken

Bildung


PETRA ERNSTBERGER: ''Ob Selb jemals eine Hochschule oder Außenstelle erhält, steht in den Sternen''

Schlecht für Selb, Marktredwitz und die Region

In absehbarer Zeit werden in Hochfranken keine neuen staatlichen Hochschulen entstehen. Wie aus einem Schreiben des bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, an Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger (SPD) hervorgeht, sei weder eine Porzellan-Hochschule in Selb noch eine bayerisch-tschechische Hochschule in Marktredwitz vorgesehen. Ernstberger reagiert mit Enttäuschung und Kritik auf die Antwort aus München. "Die vollmundigen Ankündigungen des bayerischen Finanzministers Georg Fahrenschon in Selb erweisen sich zunehmend als große Luftnummer. Es gibt überhaupt keinen Beschluss der Staatsregierung, dort eine Porzellan-Hochschule zu gründen", so die Abgeordnete. Lediglich eine Hochschul-Außenstelle, die mit der Universität Bayreuth oder der Hochschule Hof kooperieren soll, werde laut Heubisch geprüft.

Fahrenschonsche Sterne

Diese Prüfung befinde sich jedoch erst am Anfang. Es müsse zunächst ein wissenschaftlich tragfähiges Konzept für einen Studienschwerpunkt Porzellan/Keramik in Bayern entwickelt werden, das auch landesplanerische, wissenschaftspolitische und finanzpolitische Gesichtspunkte beinhalte, schränkt Heubisch sogleich ein. Ernstberger findet dafür kritische Worte: "Ob Selb jemals eine wie auch immer aussehende Hochschule bekommen wird, steht in den Fahrenschonschen Sternen. Hoffentlich bleibt es nicht nur bei der leeren Versprechung des bayerischen Finanzministers."

Gleichgültigkeit der schwarz-gelben Staatsregierung

Und auch einer Hochschulgründung in Marktredwitz erteilt Heubisch eine Absage. Die derzeitige Haushaltslage lasse die Gründung einer neuen Einrichtung nicht zu, es bestehe keine Notwendigkeit für eine bayerisch-tschechische Hochschule nach dem Vorbild der deutsch-polnischen Universität "Viadrina". Statt einer kostspieligen und verengenden Konzentration auf einen einzigen Hochschulstandort gelte es, die zahlreichen bestehenden bayerisch-tschechischen Kooperationen in Hochschulbereich auszubauen, so der Staatsminister. Ernstberger reagiert auf den Brief schließlich kämpferisch: "Marktredwitz und Selb können leider auf keine bzw. nur wenig Unterstützung aus München hoffen. Umso mehr muss nun die regionale Eigeninitiative gestärkt werden. Leistungsstarke Hochschulen sind Pfründe im Kampf gegen Abwanderung und Überalterung", so die Abgeordnete abschließend.
 
 

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